Tätowiersucht: Geschichte und Philosophie

Aufsatz über unsere Geschichte und Philosophie

Tätowiersucht: Geschichte und Philosophie

 

Erfahre mehr über unseren Werdegang und unsere Leidenschaft für das Tätowieren.

Über uns

Tätowiersucht wurde 1992  gegründet . 

Zu der Zeit gab es noch kein anderes Studio in Münster- ein paar Jahre zuvor hatte wohl ein Tätowierer aus England, der seinen Laden in Bahnhofsnähe hatte, sein Geschäft aufgegeben, aber viel mehr wissen wir über ihn auch nicht. Wir würden uns allerdings freuen, mehr über ihn zu erfahren!

Die Zeit, in der die meisten Tattoo Studios noch von harten Kerlen betrieben wurden und sich das Angebot der Motive auf die Flash Bilder an den Wänden beschränkte, ging zu Ende.

Wir wollten uns damals von der üblichen Erscheinungsform eines Tattoos Studios deutlich abheben und haben scheinbar damit genau den Nerv der Zeit getroffen.

Unsere wachsende Kundschaft freute sich über die helle, freundliche Athmosphäre im Studio und sah sich vor allem nicht eingegrenzt von albernen Klischees.

Man musste nicht ein cooles Gehabe an den Tag legen, um akzeptiert zu werden,

sondern wurde einfach offen empfangen.

Was auch noch neu war: die Motive wurden immer individuell angefertigt.

Am Anfang stand also immer ein eingehendes Gespräch, um zu klären, was die Tätowierung ausdrücken soll und wie das Thema dargestellt werden könnte.

In diesem persönlichen Gespräch entwickelte sich eine Beziehung zwischen Künstler und Auftragsgeber, die den Grundstein für die Qualität der Tätowierung legte und als Basis für die Kreativität unabdingbar war. 

Als Tätowierer liegt unser Schwerpunkt also darauf, herauszufinden, wie wir den Körper unserer Kunden am besten mit einem zeitlosen Kunstwerk schmücken können. Wenn wir ein Design für die Haut entwerfen, achten wir immer darauf dass ein das Tattoo für die nächsten 20Jahre+  großartig aussieht!

 

Die Kunst des Tätowierens hat sich weiter entwickelt

In den letzten 40 Jahren schufen Tattoo-Artists eine Kunstform, in der Tätowierer*innen ganz eigene unverwechselbare Stilmerkmale ausprägten und Designs entwickelten, die in Kommunikation mit dem Kunden entstehen. Für die neuen Meister ist die Zusammenarbeit zwischen Kunden und Künstlern daher bei der Herstellung von Designs immer präsent. Es ist unser Ziel, etwas einzigartiges zu schaffen, dass uns vom Mainstream abheben möge. Die individuelle Arbeit der Künstler weltweit wurde ausgeprägter und definierte die Kultur des Tätowierens, die wir heute sehen. 

Fernsehserien wie „Miami Ink“ haben uns auch einen enormen Schub gegeben. Andererseits war „Miami Ink“ nur ein beschleunigender Faktor in einer Entwicklung zu einem stark vermehrten Interesse an Tätowierungen, die über die Jahre und Jahrzehnte schon kontinuierlich läuft und lief. 

Natürlich haben wir uns über den großen Zuspruch sehr gefreut, denn wir waren gerade zum Hansaring umgezogen und konnten unser Team vergrößern. Trotzdem war es uns immer etwas unangenehm, wenn unsere Kunst als Mode bezeichnet wurde oder,schlimmer noch, als „Boom“.

Warum? 

 Tattoos werden in zunehmenden Maße auch als „must have“ empfunden- als Konsumartikel, von dem man glaubt, man müsse ihn besitzen, weil es so viele andere tun. Nach unserer Erfahrung bergen gerade die Motive, die eine Zeit lang als besonders Trendy gehyped  wurden (jeder kennt ja noch das Steiß Tribal) , die Gefahr, irgendwann auf der Haut als lästig empfunden zu werden. Wen es interessiert, was aktuell das trendigste Tattoo Motiv ist, muss sich nur auf Google oder Pinterest diejenigen Motive ansehen, die ganz oben angezeigt werden, wenn man nach „Tattoo“ sucht.

Oft suggerieren auch im Internet gepostete Tattoos eine Qualität, der in der Realität kaum gerecht werden kann. Foto realistische Bilder auf der Haut sehen sensationell und brillant aus, sind aber möglicherweise auch bildtechnisch bearbeitet und nur aus einer bestimmten Perspektive betrachtet so umwerfend.

Das Ziel sollte es immer sein, die Tätowierung zu deiner ganz eigenen, persönlichen Sache zu machen. Auf diese Weise wirst du dich immer mit ihr verbunden fühlen können, und auch, wenn sie nach vielen Jahren nicht mehr ganz frisch ist. 

Du wirst sie trotzdem als ein Teil deiner Selbst empfinden, da du sie ja eigens mitgestaltet hast!

Sicherlich ist das nicht gerade leicht, man muss sich wirklich selbst gut kennen und sich einige Gedanken über sich selbst und die eigenen Charaktereigenschaften/platz in der Gesellschaft/Träume oder Lebensziele machen und das auch noch in Bildsprache übersetzen.

So stehen plötzlich Tausende Menschen vor dem Dilemma, ein Motiv für sich zu finden, dass für sie Ihre ganz persönliche Einstellung ausdrückt.

Wer diesen hohen Anspruch an seine Tätowierung stellt, macht sicher keinen Fehler, denn er möchte seine Entscheidung ja nicht schon in fünf Jahren bereuen müssen. Andererseits sollte man sich auch darüber klar sein, dass die so genannte Individualität, nüchtern betrachtet, nicht in dem Maße existiert, wie wir es manchmal gerne hätten.

als Menschen haben wir doch alle mehr oder weniger die gleichen Ziele, Sorgen, und Träume. 

Es gilt also, das richtige Maß zu finden zwischen Ernsthaftigkeit und Persönlicher Bedeutung einerseits,

und andererseits den Mut und die Entschlussfreudigkeit, sich einfach mal für ein Motiv zu entscheiden- für immer.

 

Die Kunst ist frei !

Mittlerweile ist die Masse an (neuen) Tätowierer*innen riesig und immer wieder werden die Grenzen dessen, was wir für möglich gehalten hätten, gesprengt! 

Es gibt mittlerweile eine fantastische Vielfalt an Künstlern und Stilrichtungen, und es ist bewegend, wieviel Herzblut und Enthusiasmus in manchen Werken steckt. Das ist es, was wir uns erhofft haben, als wir in die Fußstapfen der traditionellen Tätowierer traten.

Wir möchten kreativ sein und neue Einsichten in unsere Kunst generieren. Ob der Schwerpunkt nun auf höchster Wertigkeit in Tiefe, Realismus oder Farbintensität liegt oder komplett grafisch/abstrakt oder trashig liegt-

Die Qualität und der Wert der Tätowierung liegt zum großen Teil in der Empfindung des Trägers und dem Erlebnis, welches ihn/sie damit verbindet.

Der Prozess und das Design sind persönliche Besitztümer des Künstlers.

Viele von uns wissen das garnicht, aber wir haben tatsächlich ein Copyright auf unsere Arbeiten und sollten daher auch dokumentieren, wie und wo wir es geschaffen haben. Also einfach so auf social media ein Bild aussuchen, auf dem Handy speichern, und dann zum Tattoo-Studio um die Ecke gehen und sagen: „so will ich das haben“ –

geht garnicht…

 

Tätowierungen erzählen Geschichten

Der Wunsch, den eigenen Körper zu verändern und zu schmücken, ist schon sehr alt. Vermutlich bemalten die Urmenschen nicht nur ihre Höhlen, sondern auch ihre Haut. Körperbemalungen und Tätowierungen waren und sind auf der ganzen Welt verbreitet und haben unterschiedliche Bedeutungen. Stammeskrieger malten sich vor dem Kampf an, um ihre Gegner mit Furcht erregenden Fratzen einzuschüchtern. 

Ornamente und Motive stellten Gruppenzugehörigkeit und Rang dar, demonstrierten Trauer und hatten magische Bedeutung. In vielen Völkern gehörte und gehört die Tätowierung zum sogenannten Übergangsritual, wie zum Beispiel beim Übergang vom Jugendlichen- in das Erwachsenenalter. 

Dabei kennzeichnet nicht nur das Zeichen an sich den Erwachsenen. Erst das Ritual mit den damit verbundenen Schmerzen lassen das Kind zum Mann oder zur Frau werden.

Kleiner Unterschied zu unserer Kultur: ohne Tätowierung kein Ansehen: eine Tätowierung bekommt nur der, der es sich verdient hat und erfüllt seine Eltern natürlich mit Stolz und erntet Respekt von seinen Mitmenschen!

 

Pro & Contra: Tätowierung ja oder nein?

Tattoos sind ein toller Körperschmuck und schon seit Urzeiten Teil und Bedürfnis der menschlichen Kultur. Wenn du dir unsicher bist, ob du dir ein Tattoo machen lassen willst, kannst du dir eine Pro und Contra-Liste anlegen. Allerdings weißt deine Unsicherheit dich schon darauf hin, dass es womöglich doch nicht das richtige für dich ist oder du einfach noch warten sollst. Es ist nie zu spät, um sich tätowieren lassen! Warte also besser, bis du dir völlig sicher bist.

Zwar ist es möglich, Tätowierungen durch Laserbehandlungen entfernen zu lassen, dies ist jedoch teuer, schmerzhaft und langwierig und nicht alle Farbpigmente lassen sich gleich gut entfernen. Außerdem ist zu bedenken, dass die Tinte beim Lasern mitnichten einfach verschwindet, sondern viel mehr in kleinere Partikel zerschossen wird und sich darauf hin vollständig in deinen Blutkreislauf begibt. Gehe deswegen lieber davon aus, dass ein Tattoo für immer ist.

 

Herausforderungen und Problem im Alltag, Job und Alter

Auch wenn Tätowierungen immer gesellschaftsfähiger werden, gibt es immer noch Bereiche, in denen (sichtbare) Tattoos nicht gerne gesehen werden. So solltest du dich informieren, ob du in einem Bereich arbeitest bzw. arbeiten willst, in dem Tätowierungen ein Problem sind. Natürlich geht es im Job meist nur um sichtbare Tattoos, d.h. wenn sich das Tattoo an einer Stelle befindet, die ohnehin von Arbeitskleidung verdeckt ist, sollte es kein Problem darstellen. Das sollte bei der Auswahl der Stelle bedacht werden.

Anders ist die Situation im Alltag: Je nachdem, wo du dein Tattoo hast, wird es vielleicht im Alltag sichtbar und du solltest damit rechnen, dass Menschen dich darauf ansprechen. Oft wecken Tattoos Interesse, stoßen aber auch auf Ablehnung. Wenn du dich tätowieren lässt, solltest du auch damit rechnen, nicht immer nur positive Reaktionen von deinem Umfeld zu bekommen, sondern auch auf Menschen zu treffen, die Tattoos ablehnen und sogar abstoßend finden.

Dazu sollte auch gesagt werden, dass einige Ärzte sehr kritisch gegenüber Tattoos eingestellt sind und dich das auch merken lassen werden.

Bedacht werden sollte außerdem , dass sichtbare Tattoos auf Urlaubsreisen in einigen Ländern zu Problemen führen können oder zumindest mit Argwohn betrachtet werden, z.B. aus religiösen Gründen oder weil sie mit Kriminalität assoziiert werden. Sollte man also oft verreisen, dann lohnt es sich, über die Einstellung zu Tattoos in anderen Ländern nachzudenken und sich gegebenenfalls vor der Einreise gut zu informieren, bevor es Probleme gibt.

Nicht immer sind Tätowierte ein Leben lang glücklich über den Namenszug der längst Verflossenen oder die Bekundung einer schon lange aufgegebenen Vorliebe. Fünf Prozent aller tätowierten Deutschen gaben 2009 an, das Tattoo gerne wieder loswerden zu wollen. Auslöser waren vor allem berufliche Gründe, allgemeiner Sinneswandel oder die Tatsache, dass der eingestochene Name einem inzwischen nichts mehr bedeutet.

 

Kritik am Halstattoo-Trend

Man könnte meinen, dass jeder neue Tattoo-Trend freudig von Tätowierern begrüßt wird. Schließlich bedeutet es ja, dass sie dadurch mehr Aufträge bekommen. Dem ist aber keineswegs so. Denn viele Tattoo-Künstler lehnen das Stechen von Motiven am Hals,im Gesicht oder den Händen sogar streng ab, besonders, wenn sie von sehr jungen oder nahezu untätowierten Personen eingefordert werden. Weil Tätowierer sich verantwortlich fühlen, haben sie die Pflicht, ihre Kunden über die Brisanz eines Halstattoos aufzuklären. Auch wenn Du den dauerhaften Halsschmuck ausgefallen und schick findest: Du solltest ihn nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn er ist im Alltag fast immer sichtbar und kann Dir durchaus große Probleme auf dem Arbeitsmarkt bereiten. So spießig es auch klingen mag, bei diesem Tattoo gilt mehr noch als bei anderen: Think before you ink!

Wie jede Tätowierung sind auch die an Gesicht, Hals und Händen eine permanente Sache! Dabei spielt vor allem die Wahl des richtigen Tattoo Artists eine große Rolle. Auch das Motiv sollte individuell auf die gewünschte Stelle am Körper zugeschnitten sein.

Wer auch einen Tattoowunsch an solchen immer sichtbaren Stellen hegt, sollte es ruhig angehen lassen. Für uns ist es auch absolut notwendig, bereits eigene Erfahrungen mit Tattoos gemacht zu haben. Das bedeutet, dass ihr mindestens schon seit geraumer Zeit an den Armen tätowiert sein solltet.

In vielen Ländern dieser Erde betrachtet man tätowierte Menschen nicht so gelassen und tolerant wie in Europa!

Für diese Entscheidung hat man alle Zeit der Welt und muss nichts überstürzen. Anders als Tattoos an Arm oder Bein kann man diese Stellen wirklich nicht mehr verstecken – man ist permanent offensichtlich tätowiert. Wenn ihr alles abwägt und euch der Konsequenzen einer solchen Tätowierung, die sich nicht mehr verstecken lässt, wirklich bewusst seid, steht euch jedoch nichts mehr im Wege!